Reisebericht: Schneider Weisse Bierexpertentage 2013
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von Arne Wildner

Tag 1:

An einem herbstlichen Donnerstag brachen Dennis (Teppler, Restaurantleitung im Altes Mädchen) und ich (Arne Wildner) um 4.35 Uhr auf zu unserem Abenteuer am anderen Ende Deutschlands in Kelheim an der Donau. Wir befanden uns in freudiger Erwartung der Bierexpertentage, zu denen uns die Jungs von der Privatbrauerei Schneider Weisse – gegründet von Georg I. und heute in Händen von Georg VI. – netterweise geladen hatten. Mittags wurden wir in der Lobby des Wittelbacher Hofs inmitten der Kelheimer Altstadt von unseren bayrischen Gastgebern herzlich in Empfang genommen. Gemeinsam mit den anderen Kursteilnehmern, über 20 trinkfeste Getränkehändler aus ganz Deutschland, kamen wir in den Genuss eines zünftigen Mahles im Weissen Brauhaus. Das Weisse Brauhaus ist die älteste Weissbierbraustätte Bayerns, wo seit 1607 nix anderes als Weissbier gebraut wird und wo die fleißigen Braumeister von Schneider heute noch ihr Handwerk auf die traditionelle Art verrichten. Vor einer solch historischen Kulisse gingen dann die ersten kalten Schlucke vom Schneider Tap 7 (das seit Jahrhunderten bewährte Original) runter wie Öl.

Mit Hirschbraten und Knödeln gestärkt, ging es nach dem Mittagessen unmittelbar weiter mit einer Besichtigung des Weissen Brauhaus unter Führung des Schneider-Oberbraumeisters Hans-Peter Drexler. Der kernige Drexler ist ein bayrisches Urgestein, der für seine Künste innerhalb der Craft Beer Szene seit geraumer Zeit weltweit Ruhm und Ehre genießt und für seine Kreationen bereits zahlreiche Preise eingestrichen hat. Vor Ort durften wir uns davon überzeugen, wie die unterschiedlichen Weissbiere von Schneider in offenen Braukesseln gären und die Schneiderhefen ihrer Arbeit nachgehen. Das offene Gärverfahren bringt bei obergärigen Bieren deren charakteristische Aromen besonders gut zum Vorschein, ist jedoch heutzutage bei Industriebrauereien verpönt.

Drexler erklärte uns auch, dass die Schneider Weissbiere im Gegensatz zu industriell hergestelltem Bier nicht mehr pasteurisiert werden, wodurch die Hefen am Leben bleiben, was eine nachträgliche Flaschengärung und eine schonende Reifung der wertvollen Biere erst ermöglicht. Die Craft Weissbiere aus dem Hause Schneider schmecken somit aromatischer und vollmundiger als ihre auf Masse produzierten Kollegen, denn alles Gute bleibt ihnen erhalten. Es wird kein Geschmack herausgefiltert oder abgekocht und man trinkt ein natürliches Bier. Das sei laut Drexler die Philosophie hinter allen elf Weissbieren aus dem Hause Schneider.

Abends gab es dann im urgemütlichen Gasthaus Frauenhäusel inmitten des Frauenforstes (wir sind dort nicht auffallend vielen Damen begegnet) bei Gulasch, Knödeln und Kerzenschein reichlich Gelegenheit, sich untereinander und mit den vier hauseigenen Biersommeliers Guido, Stefan, Frank und Timo (vielen Dank nochmal an euch, Jungs!) auszutauschen. Es war der Höhepunkt eines gelungenen Auftaktes, auf dem wohl jeder der Anwesenden sein Lieblings-Schneiderweissbier gefunden haben dürfte.