Reisebericht: Schneider Weisse Bierexpertentage 2013
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von Arne Wildner

Tag 3:

Den Samstag begannen wir dann pünktlich um 9 Uhr morgens mit richtiger Arbeit: Wir durften unser eigenes Bier brauen! Unterstützt wurden wir dabei von einem absoluten Bier-Freak, dem baumgroßen Christian Seidl, seines Zeichens Braumeister im fünften Jahr bei Schneider. Christian sprudelte vor Fachwissen förmlich über und wir wissbegierigen Bierschüler hingen verzückt an seinen Lippen.
Schritt für Schritt vollzogen wir in Schneiders Barrique-Keller mit ihm gemeinsam an einer 60-Liter-Experimentieranlage den Brauprozess: Von der Schrotung des Malzes mit einer selbstgebastelten Mühle, die über einen Akkubohrer angetrieben wurde, über das langsame Erhitzen auf mehrere verschiedene Temperaturstufen, bis hin zur Zugabe von Hopfen und Hefe. Das Ganze dauerte mehrere Stunden, in denen uns die Bier-Sommeliers von Schneider mit einer Kettenverkostung erlesener Craft Biere aus aller Herren Länder auf sehr angenehme Art unterhielten. Es müssen so um die 20 Repräsentanten unterschiedlicher Braustile gewesen sein; vom – mit Verlaub – ungenießbar sauren Belgier zum malzig-fruchtigen Steam Beer der Anchor Brewery in San Francisco. Steam Beer ist laut Christian einer von nur zwei Braustilen, die ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten haben. Durch den Tag gebracht hat uns ein kaltes Buffet mit Schweizer Käsesorten, zu denen die passenden Schneider Weissen gereicht wurden.

Voller Begeisterung über unsere Erfolge als Brauer, marschierten wir des Abends bei Mondschein mehr oder weniger festen Schrittes über die Brücke des Main-Donau-Kanals hin zum krönenden Abschluss unseres Lehrgangs: Ein 4-Gang-Degustationsmenü mit korrespondierenden Schneider Weissen im Gasthof Stockhammer unter Teilnahme Georg Schneider VI.! Schneiders Schorsch erwies sich nicht nur als ein sehr höflicher und fröhlicher Bier-Enthusiast, der die traditionellen Werte seines Familienbetriebes beeindruckend vorlebt, sondern genauso als kurzweiliger Gesprächspartner und bescheidener Zeitgenosse, der uns Teilnehmern noch lange in bester Erinnerung bleiben wird.

Tag 4:

Am Sonntag traten Dennis und ich, geprägt von den Ereignissen der vergangenen Tage, unseren Heimweg gen Hamburg an. Dieser führte uns dank eines Abstechers zum urigen Braugasthaus der Bamberger Mahrs Brauerei. Dort verabschiedeten wir uns bei Sauerbraten in Lebkuchensauce, Blaukraut, einem letzten Knödel und zwei Halben Helles frisch aus dem Fass vom lieb gewonnenen Freistaat. Wie zufällig besiegte der FC St. Pauli den Gastgeber Greuther Fürth während unserer Heimreise mit 4:2.

Ein riesiges Dankeschön gilt unserem Team vom Alten Mädchen für zwei Tage Sonderurlaub und natürlich der Brauerei Schneider für die sensationelle Gastfreundschaft und die unvergessliche Zeit in Kelheim.